Was ist ein As-Planned- und ein As-Built-Modell?
Ein As-Planned-Modell beschreibt den geplanten Zustand eines Bauwerks. Es bildet den Entwurf sowie die Ausführungsplanung digital ab und enthält alle Informationen, die für Ausschreibung, Koordination und Bau erforderlich sind. Dieses BIM-Modell ist die verbindliche Planungsgrundlage und definiert, wie das Gebäude realisiert werden soll – geometrisch, technisch und organisatorisch.
Das As-Built-Modell hingegen dokumentiert den tatsächlich gebauten Zustand. Während der Bauphase werden Änderungen, Abweichungen und Anpassungen im Modell aktualisiert. So entsteht eine verlässliche digitale Bestandsdokumentation. Ein As-Built-Modell kann aus dem As-Planned-Modell heraus entwickelt werden, wenn dieses entsprechend der realen Ausführung fortgeschrieben wird. Dafür solltest du Toleranzen, Prüfprozesse und klare Maßgaben zur Rückführung von Baustelleninformationen frühzeitig definieren.
Für den späteren Betrieb eines Gebäudes ist das As-Built-Modell besonders wertvoll. Es dient als belastbare Informationsbasis für Instandhaltung, Umbauten oder Facility Management. Gleichzeitig ist es wichtig, das As-Built-Modell vom Begriff des digitalen Zwillings abzugrenzen.
Ein digitaler Zwilling geht über das statische Bestandsmodell hinaus. Er verknüpft das As-Built-Modell mit dynamischen Echtzeitdaten aus dem Betrieb, etwa zu Energieverbrauch, Sensorik oder Wartungszyklen. Während das As-Built-Modell den gebauten Zustand dokumentiert, bildet der digitale Zwilling das reale Gebäude im laufenden Betrieb kontinuierlich ab und ermöglicht datenbasierte Optimierung. Das As-Built-Modell ist damit eine wesentliche Grundlage – aber noch nicht automatisch ein digitaler Zwilling.