UBA
BIM-Gesamtkoordination zwischen Denkmalschutz, Labor- und Neubau
Architektur
RWplus Architekten
Das Projekt am Dahlemer Dreieck in Berlin steht exemplarisch für die steigenden Anforderungen an öffentliche Bauvorhaben in Bezug auf Nachhaltigkeit, Bestandserhalt und funktionale Komplexität. Für das Umweltbundesamt entsteht an der Thielallee ein zukunftsfähiges Labor- und Verwaltungsgebäude, das denkmalgeschützten Bestand und modernen Neubau zu einem leistungsfähigen Gesamtensemble verbindet. Als BIM- Gesamtkoordination begleiten wir das Projekt über alle Planungs- und Bauphasen hinweg und sorgen für eine konsistente, transparente und steuerbare Umsetzung.
Die Aufgabenstellung ist geprägt durch die Sanierung eines denkmalgeschützten ehemaligen Labor- und Verwaltungsgebäudes sowie den Ersatzneubau eines Erweiterungsbaus aus den 1960er-Jahren. Der Neubau wird künftig ausschließlich Laborfunktionen aufnehmen, während der sanierte Bestand als Verwaltungsgebäude genutzt wird. Diese klare funktionale Trennung stellt hohe Anforderungen an Planung, Schnittstellenmanagement und technische Koordination, insbesondere im Zusammenspiel von Bestand und Neubau.
Grundlage des Projekts ist ein 2021 entschiedener Planungswettbewerb, aus dem das Berliner Büro rw+ Gesellschaft von Architekten mbH als Sieger hervorging. Der Entwurf übersetzt die besonderen funktionalen Anforderungen des Laborbaus in eine präzise architektonische Sprache und stellt zugleich einen bewussten Bezug zu Proportionen und Charakter des Bestands her. Die Kubatur des Neubaus ist als gestapeltes Volumen aus drei klar ablesbaren Baukörpern entwickelt und wird durch eine Fassade aus Fertigbetonelementen mit Terrazzooptik geprägt. Die Abstimmungen mit der Denkmalpflege, insbesondere zur Kubatur, Anbindung an den Bestand und Materialität, sind ein zentraler Bestandteil des Projekts und fließen kontinuierlich in die BIM-basierte Planung ein.
Unsere Rolle als BIM-Gesamtkoordination liegt darin, alle Fachmodelle frühzeitig zusammenzuführen, Abhängigkeiten sichtbar zu machen und Planungsentscheidungen belastbar abzusichern. Gerade bei einem Projekt mit hohen technischen Anforderungen, komplexer Laborinfrastruktur und denkmalgeschütztem Bestand ist eine strukturierte Modellkoordination entscheidend für Qualität, Termine und Kosten. Durch die modellbasierte Zusammenarbeit schaffen wir eine gemeinsame Datengrundlage für alle Beteiligten und unterstützen eine vorausschauende Konfliktlösung bereits in frühen Planungsphasen.
Das Projekt befindet sich aktuell im Bau. Nach vorbereitenden Maßnahmen wie Schadstoffsanierung und Rückbau begann die Baugrube im dritten Quartal 2023, der Rohbau wird seit dem dritten Quartal 2024 ausgeführt. Die Fertigstellung und Übergabe sind für 2027 geplant. Mit einer Brutto-Grundfläche von rund 5.900 Quadratmetern im Neubau und etwa 5.300 Quadratmetern im Bestand zählt das Vorhaben zu den anspruchsvollen öffentlichen Bauprojekten im Berliner Südwesten.
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes im Standard Silber. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als Einzelmaßnahme verstanden, sondern als integraler Bestandteil des gesamten Planungs- und Bauprozesses. Die
BIM-Methodik unterstützt diese Zielsetzung, indem sie Transparenz über Materialien, Flächen, technische Systeme und deren Wechselwirkungen schafft und fundierte Entscheidungen über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes ermöglicht.
Das Projekt für das Umweltbundesamt zeigt, wie digitale Planung, architektonischer Anspruch und öffentliche Verantwortung zusammenwirken können. Als BIM-Gesamtkoordination tragen wir dazu bei, diese Komplexität beherrschbar zu machen und eine hohe Planungs- und Ausführungsqualität sicherzustellen. Das Ergebnis ist ein zukunftsfähiges Gebäudeensemble, das den funktionalen Anforderungen eines modernen Labor- und Verwaltungsstandorts ebenso gerecht wird wie den hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Bestandsschutz.